Z y p e rn

Im Kreuzungspunkt der europäischen, asiatischen und afrikanischen Kulturen gelegen blickt die Insel im östlichen Mittelmeerraum auf mehr als 8000 Jahre Geschichte zurück. Nach Anatolien sind es nur 65 km, nach Beirut 173 km und nach Ägypten 380 km. Zypern war bereits in historischer Zeit als erzreiches Land bekannt. Die griechische Bezeichnung für Kupfer (kypros) gab der Insel wahrscheinlich den Namen. Heute ist die Insel der Aphrodite mit 340 Sonnentagen, fast 9 Monaten Badesaison und vielen abwechslungsreichen Landschaften die ideale Urlaubsinsel.


 


Petra tou Romiou

das ist der Geburtsort von Aphrodite. In der Mythologie heißt es: Kronos, der jüngste Sohn des Uranos und der Gaia, entmannte seinen Vater auf Drängen der Mutter mit einer Sichel. Aus dem Blut der Wunde entstanden die Rachegöttinnen (Erinnyen) und die Giganten. Das Glied des Uranos trieb aber im Meer, und aus dem Schaum, der sich von ihm absetzte, entstand Aphrodite, die an den Gestaden von „Kypros” an Land stieg. Daher bezeichnet man Aphrodite als „Schaumgeborene” (griechisch aphros = Schaum).


 


Akamas-Halbinsel

Der Kalksteinsporn im Nordwesten Zyperns weist eine große Variation von Gesteinen auf, die vor allem aus dem jüngsten Tertiär, dem Pleistozän, stammen. Akamas war der Sohn des Theseus. Er soll Aphrodite beim Baden überrascht haben. Beide verliebten sich, doch sie wurden bei den olympischen Göttern verraten. Aphrodite musste auf den Olymp zurück. Am Fuß der Akamas-Halbinsel bei Polis gibt es eine Stelle, die als Bad der Aphrodite ausgeschildert ist.

Das besondere Klima hat eine ganz eigene Pflanzenvergesellschaftung hervorgebracht. Hier gibt es viele einheimische Pflanzenarten. Berühmt ist die Akamas-Halbinsel für ihren Orchideenreichtum, v.a. Knabenkrautgewächse.

 

 


Pissouri Beach

Am Strand von Pissouri Beach kommt ein Gestein vor, das an einem ehemaligen Strand abgelagert wurde, wahrscheinlich zur gleichen Zeit, als die Gesteine der Akamas-Halbinsel entstanden. Die größeren Steinchen sind abgerundet, aber nicht sehr, d.h. sie sind nicht sehr weit transportiert worden, aber vom Wasser rundgewaschen worden. Die Sortierung lässt vermuten, dass es ein flacher Strand war, an dem die Wellendynamik nicht ausreichte, um die größeren Steine viel hin- und herzubewegen. Sie wurden im Laufe der Zeit in den feinen Sand eingebettet.


 


Weinberge bei Pissouri

Im Bergdorf Pissouri im Südwesten wird Weil und Käse (Halloumi) hergestellt. Auf einer Wanderung zum Strand (ca. 4 km, 1 Stunde) kommt man durch relativ junge Gesteine aus dem jüngsten Tertiär und älterem Quartär, die von der Erosion bereits wieder zerklüftet und abgetragen werden. In geschützten ehemaligen Flussbetten liegen zwischen steilen Hängen Weinberge. Das weiche Gestein liefert genug Mineralstoffe, um den Wein gut gedeihen zu lassen. Die naturräumlichen Bedingungen für den Weinanbau sind gut. Das Troodos-Gebirge wirkt als Regenf#nger und sorgt damit für ausreichende Niederschläge. Die Weinanbaugebiete liegen in Höhen bis zu 1000 m.

Weinanbau auf Zypern geht bis in das 4. Jahrtausend v.Chr. zurück. Archäologische Funde bewiesen, dass schon 900 v.Chr. Wein in Amphoren aufbewahrt wurde. Auch auf den Mosaiken von Paphos finden sich Hinweise auf die frühe Weinkultur: Hier ist der Gott Dionysos abgebildet und ein Schriftzug sagt: „Die ersten, die Wein tranken.”

 


Troodos-Gebirge

Die Gesteine des Troodos-Massivs sind jünger als die umgebenden Sedimentgesteine. Die ultrabasischen bis basischen Gesteine (Serpentinite, Harzburgite, Pyroxenite, Wherlite, Dunite, Gabbros, Diabase und basische Laven) stammen vom Ozeanboden, der an dieser Stelle an einer Subduktionszone zwischen die Sedimentgesteine gequetscht und an die Erdoberfläche gebracht wurde. Das Kupfer wurde seit der Kupfersteinzeit (Chalkolithikum) vor rund 3000 Jahren v.Chr. abgebaut.

 


Neben dem Kupfer wurden Chromit und Asbest abgebaut. Beide Minerale sind an die ultrabasischen Gesteine gebunden. Chromit (Bild links), auch Chromeisenerz genannt, ist das wichtigste Chromerz und kommt in Olivin-reichen Gesteinen wie Duniten oder Gabbros vor.

Asbest kommt feinfaserig bis filzig-parallelfaserig vor (Bild rechts). Der Name Asbest stammt aus dem Griechischen und bedeutet „unverbrennlich”. Für den Abbau von Asbest genügt es, das großräumig vorkommende weiche Gestein mit Bulldozern zusammenzuschieben und abzubaggern.


Das Tal der Zedern

liegt südlich des Tripylos-Berges (1408 m). Hier sollen noch ca. 40.000 Exemplare stehen. In der Antike wuchsen auf Zypern noch sehr viele Zedern. Doch ihr wertvolles Holz war für den Schiffsbau und als Baumaterial in Palästen begehrt, so dass sich im Laufe der Jahrhunderte die Bestände dezimierten. In den besonders abgeschiedenen Waldteilen der Insel konnten einige Exemplare überleben und stehen heute unter Naturschutz. Die eigentliche Heimat der „Cedrus brevifolia” ist der Libanon.

Geologische Karte

Im Westen, Süden und Norden besteht Zypern aus Sedimentgesteinen (gelbe bis braune Farben). Das Alter dieser Gesteine reicht von der Trias über die Kreide bis ins Tertiär. Sie umschließen die ultrabasischen bis basischen Gesteine (Serpentinite, Harzburgite, Pyroxenite, Wherlite, Dunite, Gabbros, Diabase und basische Laven), die in lila-braunen und grünen Farben dargestellt sind (aus Sfikas 1992).

 

Quellen:
Reise-Handbuch Zypern von Michael Iwanowski, (1993/94)
Die Wildblumen Zyperns von George Sfikas (1992)

Zusammenstellung, Fotos und Text:
Monika Huch, geoskript Agentur für Geowissenschaften + Öffentlichkeit