Übersichtskarte Sudan

 

Mit einer Fläche von 2.5 Mio. km2 ist der Sudan das größte Land Afrikas. Touristen sind im Sudan eher selten anzutreffen, da unter anderem die spärliche Infrastruktur dem Reisenden einige Mühe bereiten mag.
Auch das Klima ist für Europäer stark gewöhnungsbedürftig. Es gibt einen eindrucksvollen Bericht aus dem Jahre 1772 von James Bruce of Kinnaird, der sich mehrere Monate in Sennar am Blauen Nil aufhielt:

 

 

 

 

 



Sennar, 1837

Aus: Franz Joseph Russegger`s Reisen
in Europa, Asien und Afrika,
veröff. in Alan Moorehead:
The Blue Nile (Vintage, New York)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz einiger Schwierigkeiten beim Reisen ist der Sudan ein hochinteressantes Land, das in der Vergangenheit vor allem Archäologen, Ethnologen und natürlich auch Geologen und Geographen angezogen hat.

Geologie

Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 69 "Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten" der Technischen Universität Berlin (finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) wurden bis 1995 umfangreiche geologische Untersuchungen im Sudan durchgeführt. Schwerpunkte dieser Arbeiten waren u.a. Probleme der geologischen Struktur der Erdkruste zu klären, Prozesse der Rohstoffbildung zu durchleuchten, die Grundwassersituation großer Beckenstrukturen in Trockengebieten zu erforschen sowie die Klimaentwicklung hinsichtlich einer zunehmenden Verwüstung (Desertifikation) zu analysieren.

Auffällig wurde das Gebiet um den Jebel Tawiga (gekrönte(r)/ s; Berg, Gebirge - Wadi Howar Region) zunächst anhand von Satellitenaufnahmen. Die markante rotbraune Färbung der Oberfläche, die auf hohe Eisengehalte zurückzuführen ist, unterschied sich deutlich von dem umgebenden Wüstengebiet.


 

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  Prozessiertes Satellitenbild (MSS) des Gebietes um den Jebel Tawiga, NW-Sudan
(mit freundlicher Genehmigung der Freien Universität Berlin - Institut für Geologie - Fernerkundung).

Bei Untersuchungen vor Ort stellte sich heraus, daß es sich um paläozoische Verwitterungsprodukte handelte. Anhand der Gesteinsproben konnte nachfolgend im Labor der Aluminiumrohstoff Bauxit (Böhmit, Gibbsit) nachgewiesen werden. Eine wirtschaftliche Nutzung dieses Rohstoffvorkommens ist allerdings schon wegen des extrem abgelegenen Gebietes, wo es keine Verkehrswege gibt, ausgeschlossen.
Allerdings hatte diese Entdeckung durchaus einen wissenschaftlichen Wert. Die Laterite sind nämlich wichtige Klimaindikatoren. Diese entstehen normalerweise unter tropischen Bedingungen. Da diese Region im frühen Paläozoikum jedoch in der Nähe des Südpols lag, schien dies zunächst widersprüchlich. Wie Klimamodelle zeigen, war der CO2-Gehalt aber zu jener Zeit, verglichen mit heute, 17 mal höher, was zu vergleichbaren "tropischen" Verwitterungsbedingungen führte.

M. Wipki



  Residuale paläozoische Verwitterungskruste (Laterite) im Wadi Howar-Gebiet (Jebel Tawiga), NW-Sudan, nahe der Grenze zum Tschad. Expedition 1993 im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 69 (TU-Berlin).  

 

 

  Nach getaner Arbeit: "Waschen", Fahrzeuge betanken, Essen kochen, die Ergebnisse des Tages diskutieren, Schlafen unter freiem Himmel.  

 

 

Impressionen - Jebel Tawiga, Nordsudan

Mehr Informationen zur Region Wadi Howar, Jebel Tageru, Jebel Tawiga

- Wadi Howar National Park

- Google Earth




Ost-Sudan, Gedaref-Gebiet

  Ungewöhnliche Verhältnisse erfordern ungewöhnliche Lösungen. Mit der "Fähre" wird der Jeep auf die andere Uferseite befördert (Ostsudan).  



Links: Verwitterung - Kaolin - Bauxit - Nordsudan

Eigenschaften, Verbreitung und Entstehung von
Kaolinlagerstätten im Nordsudan
(komplette Dissertation)

Wipki, M. (1995): Properties and distribution of kaolin deposits in northern Sudan - English summary.

 



Literatur:

Deutsche Forschungsgemeinschaft, 1999: (Klitzsch, E. & Thorweihe, U. (Hrsg.) Nordost-Afrika: Strukturen und Ressourcen. Ergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich "Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten" (WILEY-VCH, Weinheim).

M. Wipki, 1995: Eigenschaften, Verbreitung und Entstehung von Kaolinlagerstätten im Nordsudan (Köster, Berlin)

Bernhard Streck 1989: SUDAN - Steinerne Gräber und lebendige Kulturen am Nil, DuMont Kultur-Reiseführer, 405 S., Köln.

 


 

 

 

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