Aktuelles 2011

 


(Quelle: Wikipedia)

Johannesburg - Umweltkatastrophe durch Gold- und Uranbergbau

Johannesburg, mit seinen 3,9 Mio Einwohnern, steht möglicherweise vor einer gigantischen Umweltkatastrophe, die auf 120 Jahre unkontrolliertem Gold- und Uranbergbau zurückzuführen ist. Saure Grubenwässer - acid mine drainage - drängen an die Oberfläche und vergiften die Trinkwasseraquifere mit Radioaktivität und Schwermetallen. Besonders im Westen ist die Lage dramatisch. Nicht nur dass im Großraum Johannesburg das Trinkwasser für 11 Mio Menschen gefährdet ist, auch könnte das saure und korrosive Wasser die Gebäude in der City angreifen und erhebliche Schäden verursachen. Von einem selbstgemachten "Tschernobyl" ist bereits die Rede.
Die Regierung hat reagiert aber bei einem Budget von nur 20 Mio Euro pro Jahr scheinen die Erfolgsaussichten zur Bekämpfung des Problems eher gering. Kritiker fordern mindestens das Fünffache und dann müssten jährlich weitere 36 Mio Euro aufgebracht werden - Renaturierungskosten nicht eingerechnet. Die Sanierung der Wismut in Sachsen, für die bis Ende 2010 bereits 5,4 Milliarden Euro ausgegeben wurden, gilt den Umweltschützern in Südafrika als beispielgebend.
Vor allem wird auch beklagt, dass der Reichtum an Gold viele internationale Anleger reich gemacht hätte, die Bevölkerung davon aber vergleichsweise nur wenig hatte. Die große Zeche zahlen nun die Einheimischen.

MW 26.12.2011

Umweltkatastrophe durch Goldabbau in Johannesburg (Inforadio RBB - 25.12.2011)

Schleichende Umweltkatastrophe (Deutschlandfunk 5.03.2011)

 


(Quelle: 3Sat)

Shale gas & fracking - keine Genehmigung in NRW

Das so genannte hydraulic fracturing, kurz fracking, wird bei der Erschließung von unkonventionellen Erdgaslagerstätten (u.a. shale gas - Schiefergas) angewendet. In abgelenkten Bohrungen wird unter hohem Druck ein giftiger Flüssigkeitscocktail (fracfluid) zusammen mit Sand in die entsprechenden Gesteinsschichten, die nur eine geringe Permeabilität aufweisen, eingepresst. Hierdurch entstehen Risse im Gestein, wodurch die Permeabilität deutlich erhöht und somit eine Gewinnung von Schiefergas ermöglicht wird. Dieses Verfahren wird auch bei der Geothermie angewendet.
Fracking wird vor allem heutzutage in den USA bei Gasbohrungen eingesetzt und ist mittlerweile höchst umstritten. Eine Vergiftung des Grundwassers sowie die Zufuhr von Schiefergas in die Grundwasserleiter - "brennende Wasserhähne" sind Argumente, die von zahlreichen Protestgruppen genannt werden.

Nun hat die Landesregierung in NRW in einem Erlass an die Bezirksregierung (Bergbehörde) die Genehmigung solcher Erdgasbohrungen mit der umstrittenen Fracking-Methode mindestens bis zum Sommer 2012 untersagt.


Weitere Informationen -
Kein Fracking in NRW - 3sat

Der Geologische Dienst NRW -Landesbetrieb- informiert: Unkonventionelle Erdgasvorkommen in Nordrhein-Westfalen

MW 21.12.2011

 



Der Geologische Kaldender 2012 - Wasser in der Wüste

Wie in jedem Jahr ist der Geologische Kalender erschienen. Das Thema für 2012 ist das Wasser in der Wüste. Neben faszinierenden Fotos werden auf den Kalenderblattrückseiten die Phänomene und Prozesse zu den jeweiligen Einzelthemen allgemeinverständlich und ausschließlich von Fachleuten erläutert.

Format: DIN A3 quer (29 x 42 cm) - Preise: 19 Euro; für Mitglieder 13 Euro (DGG/FH-DGG/FI-DGG/GeoTop/BDG/GV/DMG)
Bestellung: geokalender@dgg.de

Details

 

Herbstschule System Erde 2011

Einmal im Jahr bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) und unter Mitwirkung unter Mitwirkung des Verbandes Deutscher Schulgeographen (VDSG), Landesverband Berlin sowie des MNU, Landesverband Berlin-Brandenburg eine Lehrerfortbildung an.
In diesem Jahr, am 14. und 15. November war das Thema der Herbstschule " Leben und Naturgefahren im System Erde".

Das Vortragsprogramm ist hier erhältlich.

 

Buchtipp

Hans Merensky, ist für Lagerstättengeologen ein Begriff. Schließlich wurde das Merensky-Reef im Bushveld-Komplexs in Südafrika nach ihm benannt, das zusammen mit einer darunterliegenden Bank (Upper Group 2 Reef) die weltweit größten Vorräte an Platinmetallen (PGMs) aufweist. Merensky war TU-Berlin Absolvent. Hier studierte er Bergbau und Geologie. 1904 ging er nach Südafrika, wo seine Erfolgsgeschichte begann.
In dem neu erschienene Buch von Eberhard W. Machens wird eine spannende Lebensgeschichte erzählt, die nicht nur Geologen und Afrikaforscher begeistern dürfte. Das Geleitwort hat Prof. Dr. Friedich-W. Wellmer geschrieben.
Erschienen bei Schweizerbart.

MW 4.11.2011

 

Mineralientage München 28. - 30. Oktober 2011

"Nur eine Woche nach dem Dinosaurierfund aus Kelheim und just im "Archaeopteryx-Jubiläumsjahr" ist nun ein 11. noch unbekanntes Exemplar des berühmten Zeitzeugen der Evolution aufgetaucht und von seinem Besitzer als Deutsches Kulturgut angemeldet worden. Experten sprechen bereits von einer bedeutenden Signalwirkung innerhalb der Fossilien-Szene. Erstmals wird dieser neue Archaeopteryx exklusiv neben dem Aufsehen erregenden Theropoden und den bedeutendsten Original-Dinosaurierfunden Europas wie dem Europasaurus, Compsognatus und Balaur vereint auf der Munich Show - Mineralientage München vom 28. bis zum 30. Oktober zu sehen sein." (Pressetext - Ein elfter Kronzeuge für die Abstammungslehre von Charles Darwin wird Deutsches Kulturgut) Mehr...
(30.10.2011)



Grafik: IFM-GEOMAR)

 


Luftaufnahme der Lituya Bay im Sommer 1958. Die Spuren des Mega-Tsunami erscheinen im Bild als helle Bereiche entlang der Küste. (Foto: D.J. Miller, United States Geological Survey - Quelle: Wikipedia).



Storrega Rutschung vor Norwegens Küste vor ca. 7.300 Jahren.
Quelle: [Dawson et al., 1993; Bondevik et al., 1997a; Grauert et al., 2001 - aus EOS, Vol. 84, 2003)

Tsunami durch Hangrutschungen

Nach neuesten Untersuchungen des Kieler Leibnitz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und der BGR in Hannover lassen sich zwischen 15 und 25 Prozent aller Tsunami weltweit auf submarine Hangrutschungen zurückführen.
Am Kontinentalhang vor Süd-Chile haben die Geologen kürzlich Spuren von drei ungewöhnlich großen Hangrutschungen entdeckt, die bis zu 500.000 Jahre alt sind. Diese Masse würde nach Angabe des Kieler Geologen Jacob Geersen ausreichen, um ganz Schleswig-Holstein 30 m hoch mit Schutt zu bedecken. Das Gebiet vor Chile wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 574 "Volatile und Fluide an Subduktionszone" untersucht. Ursache der Rutschungen sind sehr wahrscheinlich schwere Erdbeben. Allerdings löst nicht jedes starke Beben derart große Hangrutschungen aus.

Hangrutschungen könnten auch in naher Zukunft zu einer echten Bedrohung werden. So fand der britische Geologe Simon Day heraus, dass sich die Westflanke des Cumbre Vieja (1950 m ü.NN) auf La Palma, Kanarische Inseln, seit 1949 etwa vier Meter in Richtung Ozean verschoben hat. Sollte dieser Teil des Vulkans ins Meer abrutschen, müsste mit einem bis zu 650 m hohen Tsunami gerechnet werden, der mit einer Geschwindigkeit von ca. 700 km/h dann auf die amerikanische Ostküste zulaufen würde. Dies jedenfalls simulierten Schweizer Forscher an der Versuchsanstalt für Wasserbau der ETH Zürich. Eine 650 m hohe Welle klingt zunächst unwahrscheinlich. Allerdings wurde 1958 in der Lituya-Bay in Alaska ein Erdrutsch durch ein Erdbeben mit einer Magnitude von 8,3 ausgelöst. Die Erd- und Eismassen rutschen in die Meeresbucht und lösten einen Tsunami mit 524 m Höhe aus, der die Vegetation des gegenüberliegenden Ufers abrasierte. Deshalb konnte man auch nachträglich die exakte Höhe feststellen.
Die weltweit größte submarine Rutschmasse wurde bislang am Kontinentalhang vor der norwegischen Küste lokalisiert (Storegga - norwegisch: große Kante). Drei gewaltige Hangrutschungen haben hier wahrscheinlich mehrere Tsunami ausgelöst, den letzten vor ca. 7300 Jahren. Tsunami Ablagerungen wurden in Norwegen, Schottland und auf den Shetland Inseln nachgewiesen.

MW 29.10.2011


NERC - The Tsunami Risk Project

EU-Project - DEWS - Distant Early Warning System

EU-Project - TRIDEC - Collaborative, Complex and Critical Decision-Support in Evolving Crises

IFM-GEOMAR - Ungewöhnlich große Hangrutschungen vor Chile entdeckt

EOS (2003) - Record-breaking Height for 8000-Year-Old Tsunami in the North Atlantic




Versteinerte Bäume, Chemnitz (Quelle: Wikipedia)

Versteinerter Wald von Chemnitz ist 291 Mio Jahre alt

Das ergaben neueste Altersdatierungen mit Uran-Blei Isotopen an Zirkonmineralen. Grund für die Versteinerung war ein Ausbruch des nahegelegenen Zeisigwald-Vulkans im Perm, dessen Druckwelle die Bäume umknicken ließ. Vulkanische Asche bedeckte die Bäume, die später durch freigesetzte Kieselsäurelösungen silifiziert wurden.

Spiegel-online | Wikipedia

 


Tokyo (Quelle: Wikipedia)

Stark erhöhte Radioaktivität

Auch 7 Monate nach dem Unglück in Fukushima Daiichi entweicht Radioaktivität aus den Reaktoren. Im 250 km entfernten Tokio hat man nun an einigen Stellen stark erhöhte Radioaktivität gemessen. Noch ist nicht geklärt, aus welchem Grund die erhöhten Strahlenwerte offenbar punktuell auftreten. Auf einem Dach in Yokohama hatte man kürzlich ungewöhnlich hohe Mengen an Strontium gefunden, wie der Spiegel berichtet. Strontium gilt als Knochenkiller und löst oft Leukämie aus.
Erhöhte Radioaktivität in Tokio gemessen (Spiegel online)

Japaner sollen Handy als Geigerzähler nutzen

MW 14.10.2011

Offenbar hat die an einigen Stellen festgestellte Radioaktivität in Tokio nichts mit dem verstrahlten Gebiet um Fukushima zu tun. Das melden nachträglich einige Zeitungen.

 


El Hierro, Kanarische Inseln (Quelle: Wikipedia)

El Hierro - Steht ein größerer Ausbruch kurz bevor?

Seit Mitte Juli diesen Jahres bebt die Erde unter der Kanareninsel El Hierro. Mehr als 9000 Beben wurden bislang registriert, wobei die meisten für die Menschen nicht spürbar sind. Die Erdbebenschwärme nahmen seither an Häufigkeit und Stärke zu. Nachdem in den letzten Tagen vor der Südküste das Aufreißen eines Unterwasser-Kraters entdeckt wurde, hat man das Fischerdorf La Restinga evakuiert.

Increasing Indications of a Potential Eruption at El Hierro?

Zehntausend Beben und kein Ende

MW 12.10.2011

>> Kanaren erleben erste Vulkanausbrüche seit 40 Jahren
(14.10.2011)

 


Viele Tierarten, wie hier der Bärenkus-
kus, sind bedroht (Quelle: Rettet den
Regenwald e.V.)

Bauern-Proteste in Sulawesi: „Bergbau zerstört unser Leben“

In Zentral-Sulawesi sind mächtige Bergbau-Konzerne begierig auf die Bodenschätze. Anders als im Norden und Süden der indonesischen Insel hat die Ausbeutung im Zentrum gerade erst begonnen. Doch schon jetzt verursachen die Abholzungen Überschwemmungen und Erdrutsche. Mit großem Mut versuchen die Menschen, ihre Regenwälder zu retten. „Jeder, der in Indondesien öffentlich gegen Bergbau oder Palmölplantagen protestiert, ist in Gefahr“, sagt unser Partner Andika Ndika. „Er riskiert eine Anklage wegen Terrorismus, Gefängnis und Gewalt.“ Andika ist der Kampagnen-Profi im jungen Team von Jatam, einem Aktivisten-Netzwerk gegen den Bergbau in Indonesien. Die jüngste Gewaltaktion ist gerade erst ein paar Tage her. Im Distrikt Morowali schoss die Polizei auf Menschen, die gegen die zerstörerische Öl- und Gasförderung des Medco-Konzerns protestierten – zwei Männer starben. Mehr...

 



Sibirische Flutbasalte am See Lama in der Norilsk-Region (Quelle: GFZ)

Die Ursache der größten Umweltkatastrophe der Erdgeschichte

Der Ausbruch gewaltiger Mengen von Flutbasalten in Sibirien führte vor 250 Millionen Jahren zum Permo-Triassischen Massenaussterben, der größten Umweltkatastrophe der Erdgeschichte, bei der 90 % aller Arten ausgelöscht wurden. Über die Ursache der sibirischen Eruptionen und den Zusammenhang zu dem massenhaftem Artensterben berichtet ein internationales Forscherteam von geodynamischen Modellierern des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, Geochemikern der Fourier-Universität Grenoble, des Max Planck-Instituts in Mainz sowie der Vernadsky-, Schmidt- and Sobolev-Institute der Russischen Akademie der Wissenschaften in der aktuellen Ausgabe von Nature am 15. September (vol. 477, p. 312-316). Mehr...
(GFZ 14.09.2011)





(Quelle: Wikipedia)

Tropische Wälder geben mehr CO2 ab

"Wälder als Treibhausgas-Filter Tropische Wälder gelten als wichtige «Senken» im Kohlenstoffkreislauf der Erde. Die wachsenden Bäume nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf und bauen es über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in ihr Gewebe ein. Dadurch wirken sie wie natürliche Filter und entziehen der Atmosphäre einen beträchtlichen Teil des Treibhausgases. Sterben die Pflanzen ab, gelangt der Kohlenstoff als Humus in den Waldboden und bleibt dort einige Zeit gespeichert. Erst im letzten Jahr hatte ein internationales Forscherteam nachgewiesen, dass Böden von Mangrovenwäldern deutlich mehr Kohlenstoff aufnehmen können als angenommen.
Weil ein steigender Kohlendioxidgehalt der Luft das Pflanzenwachstum fördert, ging man davon aus, dass der Klimawandel die Speicherfunktion der Wälder und Waldböden eher erhöht. Dass Prozesse in der Streuschicht diese Wirkung jedoch teilweise wieder aufheben können, belegt jetzt die aktuelle Studie." (Quelle: National Geographic Deutschland)

http://www.nationalgeographic.de/aktuelles/tropische-waelder-geben-mehr-co2-ab




Kiwusee (Quelle: Wikipedia)

Ruanda: Strom aus dem Killersee

Der Kiwusee liegt zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. In seinen Tiefen schlummern große Vorräte an Methangas. Nun hat man damit begonnen, das Methan zur Energieversorgung anzuzapfen - nicht ganz ohne Risikio wie es scheint. Die Vorräte könnten Ruanda für die nächsten 200 Jahre mit Strom versorgen und den Sprung vom Entwicklungsland in ein Schwellenland unterstützen. Entdeckt wurde das Methan bereits in den 40er Jahren.

Details gibt`s auf:
arte - Strom aus dem Killersee

Website von Michel Halbwachs - Extraction du ethane

Lake Kivu methane gas extraction barge now afloat (26-08-2011)

28.08.2011 MW

 



Falschfarben-Satellitenaufnahme des Tobasees, der 100 km langen und 30 km breiten Caldera eines Supervulkans
(Quelle: Wikipedia)

Der Supervulkan

Der Film auf ARTE ist ein beeindruckendes Dokument zum Supervulkan Toba, der vor 75.000 Jahren ausbrach und das Weltklima entscheidend veränderte.

Sehenswert!

arte - Der Supervulkan Vier Wissenschaftler suchen nach Anhaltspunkten für einen gigantischen Vulkanausbruch vor 75.000 Jahre.

28.08.2011 MW

 


(Quelle: BGS, UK)

Geologische Karten im Netz frei verfügbar

Ein neues Angebot des British Geological Service (BGS) offeriert frei zugängliche geologische Karten über Google maps im Maßstab bis zu 1:50.000 für den privaten Gebrauch. Das "OpenGeoscience"-Portal bietet weiterhin Karten, Daten, 3-D-Modelle, Berichte, Software etc., alles kostenlos.

Ausprobieren!

http://www.bgs.ac.uk/opengeoscience/

http://news.bbc.co.uk/2/hi/8398451.stm

20.08.2011 MW

 


(Quelle: Wikipedia)

Der Amerika-Mann
Auf den Spuren von Amerigo Vespucci

Er gilt als exzellenter Entdecker und als mit allen Wassern gewaschener Kaufmann. Doch in aller Munde ist Amerigo Vespucci bis heute, weil gleich zwei Kontinente seinen Namen tragen: Nord- und Südamerika. Am 25. April 1507 wird Geschichte geschrieben: Denn da stellt ein deutscher Forscher eine neue Weltkarte vor, die das komplette Wissen über die Erde auf einen Blick präsentiert. Doch die eigentliche Sensation versteckt sich im „Kleingedruckten“: Erstmals trägt das kürzlich entdeckte Land jenseits des Atlantiks den Namen „America“. Der Freiburger Kartenmacher Martin Waldseemüller will damit Amerigo Vespucci aus Florenz ehren, der seiner Meinung nach entscheidend an der Erkundung dieser Überseegebiete beteiligt war. Vor allem aber hat Vespucci als Erster erkannt, dass es sich dabei um eine „Neue Welt“, einen bis dahin unbekannten Kontinent handelt. Doch wer war dieser Amerigo Vespucci wirklich? Welche Forschungsreisen hat er im Laufe seines Lebens gemacht? Und vor allem: Hat er es verdient, dass die Amerikas nach ihm und nicht nach ihrem eigentlichen (Wieder-)Entdecker Christoph Kolumbus benannt sind? Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise ins 15. und 16. Jahrhundert… Mehr...
(Text scinexx)

6.08.2011




Mount Everest
(Quelle: Wikipedia)

Der Mount Everest wird neu vermessen

Der Chomolungma "Mutter des Universums oder auch Götting-Mutter der Erde", wie der Everest auf Tibetisch heißt, soll neu vermessen werden.

Als Sir George Everest 1841 den "Peak b", wie er damals noch hieß, erstmals vermaß ergaben die anschließenden Berechnungen, dass es sich um den höchsten bisher bekannten Berg der Welt handelte. Dieser wurde schnörkellos nun als Peak XV bezeichnet. Erst 1865 erhielt er zu Ehren von Sir Everest seinen heutigen Namen, zumindest für die westliche Welt.

Die Höhe von 8848 Metern gilt als Standard-Höhenangabe. Doch darf man z.B. die Schneedecke auf dem Gipfel mitrechnen? Die letzten Messungen stammen von 1990. Eigentlich handelt es sich um eine Differenz von ca. 6 Meter.
Eine "exakte Vermessung" hat nun Nepal angeordnet. Dies wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Für Nepal ist dies die erste Messung, da bislang die entsprechende Technik fehlte.

Sir Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay bestiegen offiziell zum ersten Mal am 29. Mai 1953 den Achttausender. Danach folgten viele weitere Expeditionen. Reinhold Messner zusammen mit seinem Begleiter Peter Habeler gelang 1978 erstmals die Besteigung ohne Sauerstoffgerät.

Ausführliche Informationen zum Mt. Everest finden sich u.a. bei Wikipedia.

20.07..2011 MW






Südsudan
(Quelle: Wikipedia)

Südsudan wird unabhängig

Die Unabhängigkeit vom verhassten arabisch-muslimischen Nordsudan ist ein lang gehegter Wunsch des Südsudans, in dem vorwiegend Animisten und Christen leben.
Mit dem Unabhängigkeitsreferendum vom Januar 2011 haben sich nach Medienangaben 99% der Südsudanesen für einen eigenen Staat entschieden. Das Ergebnis wurde vom sudanesischen Staatschef Umar al-Baschir in Khartum anerkannt, der mit internationalem Haftbefehlt wegen Völkermord angeklagt ist.

Heute, am 9. Juli wurde die Unabhängigkeit des Südsudans (Dschanub al-Sudan) ausgerufen. Deutschland hatte bereits angekündigt, den 54. Staat Afrikas völkerrechtlich anzuerkennen. Die Bundesregierung wird auch künftig den Südsudan durch Entwicklungskooperation unterstützen. Das ist auch bitternötig angesichts der Probleme, die auf den neuen Staat zukommen. Ob der Südsudan überhaupt überlebensfähig ist, wird von vielen bezweifelt.

Der Südsudan verfügt über relativ große Ölvorkommen, die hauptsächlich im Muglad and Melut Becken zu finden sind. Nach Angaben des Oil and Gas Journal (OGJ) gibt es 5 Milliarden Barrel geprüfte Ölreserven (Stand Januar 2009).
In der Region Abyei kam es u.a. deswegen im Mai dieses Jahres zum Einmarsch nordsudanesischer Truppen. Eine weitere Eskalation ist wahrscheinlich sofern keine wirkliche Einigung zwischen Nord- und Südsudan zustande kommt. Der Südsudan hat keinen Zugang zum Meer und ist demnach darauf angewiesen, das Öl mit Hilfe von Pipelines über den Nordsudan zu exportieren.
Nach Angaben der FAZ bestritt Khartum bislang mit den Einnahmen aus dem Ölexport rund 60 Prozent seines Haushaltes. Für den Südsudan dürfte dies bei einem Wert von mehr als 90 Prozent liegen.

>> Sudan Energy: Oil

9.07..2011 MW

 


Yttrium
(Quelle: Alchemist-hp)

Tiefsee-Schlamm entpuppt sich als reiche Rohstoffquelle Forscher finden hohe Konzentrationen von Seltenen Erden im pazifischen Meeresboden

"In nur einem Quadratkilometer Meeresboden des Pazifischen Ozeans verbergen sich genügend Seltene Erden, um ein Fünftel des jährlichen globalen Bedarfs zu decken. Das zeigen jetzt Analysen von mehr als 2.000 Sedimentproben. Wie das japanische Forscherteam jetzt in „Nature Geoscience“ berichtet, sind die Konzentrationen dieser Metalle im Tiefseeschlamm teilswies doppelt so hoch wie in den reichhaltigsten Lagerstätten an Land. Damit könnte sich der Meeresboden als vielversprechende neue Ressource für die begehrten und knappen Technologie-Rohstoffe erweisen." Mehr..
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-13648-2011-07-04.html
(Quelle: scinexx.de)

Weitere Links:

Nature geoscience: Deep-sea mud in the Pacific Ocean as a potential resource for rare-earth elements

ScienceNews: Rare earth elements plentiful in ocean sediments

 



(Quelle: Univ. of Minnesota)

CPG – Eine neue Geothermie-Technologie?

Herkömmliche Geothermie-Projekte nutzen heißes Wasser aus der Tiefe, um damit Turbinen anzutreiben. Eine neue Methode, das so genannte CPG-System (CO2-plume geothermal system) hingegen verwendet an Stelle von Wasser das klimaschädliche CO2, das in tiefliegende Gesteinsschichten eingepresst wird und unter hohem Druck steht. Offenbar hat diese Methode gegenüber der herkömmlichen Technik zwei entscheidende Vorteile. Das CO2 durchdringt poröse Gesteine viel besser als Wasser, wodurch sich letztlich mehr Wärme gewinnen lässt. Gleichzeitig wird klimaschädliches CO2 im Untergrund verpresst und dort als Transportmedium für Wärme genutzt. Auch ist die Alteration der Gesteine durch das Gas geringer als durch Wasser, was eine vergleichsweise längere Laufzeit von Geothermieanlagen bedeuten könnte.
Die Idee stammt von der University of Minnesota und wurde von Martin Saar und dem Doktoranden Jimmy Randolph entwickelt. Wie erfolgreich diese Technik sein kann, wird sich durch weitere Forschungen beweisen müssen.
Bislang wurde Geothermie und CCS-Technik (Carbon Dioxide Capture and Storage) oftmals als Konkurrenztechnologien angesehen. Eine Kobination beider Techniken könnte der CCS-Technik künftig zu besserer Akzeptanz verhelfen.
Die Verwendung von CO2 in der Geothermie ist allerdings nicht vollkommen neu. Zumindest wurden bereits 2008 im Schwarzwald CO2 -Erdwärmesonden zur Wärmegewinnung erprobt.

Das GPG-Projekt wird von der Initiative for Renewable Energy and the Environment finanziell gefördert.

Novel Geothermal Technology Packs a One-Two Punch Against Climate Change

EnBW erprobt neuartige CO2-Erdwärmesonde zum Heizen mit Erdwärme

CO2 für den Wärmetransport in Geothermiekraftwerken

13.06..2011 MW

 



(Quelle: GFZ - Geofon)

 

Das Japan-Beben vom 11.03.2011

Innerhalb weniger Tage entlud sich am Meeresboden vor der japanischen Küste sowie vor allem unter der japanischen Insel Honshu in Tiefen zwischen bis zu 120 km eine unvorstellbare Menge an Energie. Die dabei entstehenden Erdbeben gehören mit zu den stärksten, die je auf der Erde gemessen wurden. Am 10.03.2011 wurden insgesamt 13 Beben registriert, 12 davon in dem Gebiet, in dem das Erdbeben geschah, das den zerstörerischen Tsunami auslöste. Sie kamen alle aus 10 bis 20 km Tiefe und hatten vom japanischen Erdbebenzentrum errechnete Magnituden zwischen 4,7 und 6,6. Bis zum 16.03.2011 22:39 Uhr Ortszeit wurden über 400 Nachbeben registriert, die vor allem unter der Insel Honshu sowie unter dem Meeresboden im Osten und - sehr viel weniger - im Westen der Insel auftraten. Es bleibt nun den Wissenschaftlern vorbehalten, den Verlauf und die Auswirkungen dieser seismischen Aktivitäten zu analysieren.

www.jma.go.jp/en/quake/ Japan Meteorological Agency | Earthquake Information

www.bgr.bund.de 11.03.2011 BGR registriert Ereignis der Stärke 8.8

www.helmholtz.de 16.03.2011 Helmholz-Gesellschaft: Störfall in Japan - Helmholtz informiert im Web

www.gfz-potsdam.de 16.03.2011 GeoForschungsZentrum Potsdam: Neue Erkenntnisse zum Ablauf der Erdbeben-Katastrophe (Bildarchiv Japan)

Termin 18.03.2011: Podiumsdiskussion zum großen Japan-Beben 2011
- Das große Japanbeben von 2011: Jahrhundert-Ergeignis im Erdsystem

Termin 07.04.2011: EGU 2011 Special Session on earthquake and tsunami disaster in Japan



Info: Karte der Epizentren der Schadenbeben (ab Intensität VI-VII) in der Bundesrepublik Deutschland Jahre 800 bis 2010

16.03..2011 MH






(Quelle: ARTE)

 

Obama Administration stellt 8 Milliarden US$ für neue Kernkraftwerke zur Verfügung

Der Bericht von Uri Schneider auf ARTE über den neuen Boom des Uranbergbaus in Colorado ist beeindruckend und schockierend. Trotz gewaltiger Umwelt- und Gesundheitsprobleme in den vergangenen Jahrzehnten, trotz vieler Todesfälle bei den Uranminenarbeitern infolge Krebs, trotz total verseuchter Gebiete gibt es wieder relativ viele Menschen, die sich eine Rückkehr zum Uranbergbau wünschen. Die kanadische Firma Energy Fuels verspricht diesmal eine saubere und sichere Uranindustrie. Wie? Mehr frische Luft in die Schächte pumpen und öfters die Klamotten wechseln - das ist die Kernaussage.
Die neue Uranmühle ist bereits beschlossene Sache.

Colorado: Uran um jeden Preis

ARTE Reportage Sonntag 6. März 2011 um 12.00 Uhr
Wiederholung am Samstag 12. März um 06.00 Uhr (Frankreich, 2011, 42mn) ARTE

5.03..2011 MW





(Quelle: Universität Tromsø)

 

E-learning in 26 Sprachen

Auf der website von "webGeology" werden verschiedene Lernmodule zur geowissenschaftlichen Themen in 26 Sprachen angeboten. Die einzelnen Lernmodule sind im flash-Format erstellt und enthalten viele eindrucksvolle Animationen. Themen sind momentan Gesteine, Klastische Sedimente, Klastische Sedimentite, Biologische und chemische Sedimente, Geologie und Zeit - Realtive Altersbestimmung, Erbeben, Plattentektonik und Gebirgsbildung. Auf der englischsprachigen Seite gibt es weitere Themen.

Die Lernmodule wurden von Geowissenschaftler der Universität Tromsø in Norwegen erstellt, die ebenfalls von GeowissenschaftlerInnen ins Deutsche übersetzt wurden.
Sehr zu empfehlen!

19.02..2011 MW





(Quelle: GFZ-Potsdam)

 

Erdbeben im Westerwald

Heute, 14.02.2011, um 13:43 MEZ bebte im Westerwald die Erde.
Das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam maß eine Magnitude von M=4,5. Das Epizentrum befand sich etwa 10 km nordöstlich von Koblenz. Die Tiefe des Erdbebenherdes lag bei 12 km. Auch im Saarland waren das Beben noch zu spüren. Details

14.02..2011 MW





(Quelle: © Fraunhofer IAIS)

 

Mit 32 Berührungen Öl- und Gasvorkommen entdecken

In Kooperation mit Barco und Citron hat das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) das weltweit erste Quad Full Hd Multitouch-Panel entwickelt. An einem 56 Zoll großen Display mit einer Auflösung von 3840x2160 Pixeln ergeben sich völlig neue Auswertungsmöglichkeiten. So können beispielsweise seismische Daten aus der Öl- und Gasexploration mit sehr hohem Detaillierungsgrad dargestellt werden. Das Display erkennt gleichzeitig 32 Berührungen, so dass auch mehrere Spezialisten gleichzeit damit arbeiten können. Mehr...

5.02..2011 MW

 


(Quelle: GFZ)

 

Risiko 2.0 - Neuer Umgang mit alten Naturgefahren

18.-19. Januar 2011 - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

"Seit langem wachsen Zahl und Auswirkungen von Naturgefahren an. Kenntnisse und Analysen beschränkten sich bislang weitgehend auf sektorale Betrachtungen. Angestoßen durch die Diskussionen zum Klimawandel, und hier vor allem durch die geforderte Bereitstellung von eindeutigen Langfristvorhersagen, hat sich im wissenschaftlichen Umfeld die Sichtweise auf die Minderung der Auswirkungen von Naturgefahren gewandelt. Vorsorge umfasst nunmehr in stärkerem Maße die Nutzung von Erfahrungen und Daten vergangener Ereignisse, aber ebenso die Verwendung der Kenntnisse über zukünftige, für die Katastrophenvorsorge."

Schlüsselaspekte
Keine Konsequenzen aus Katastrophen?
Komplexe Gefahren und kaskadierende Effekte
Veränderliche Risiken und Vorsorge
Anpassung beginnt vor Ort!
Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit: getrennte Welten?

Flyer und Anmeldung

9.01.2011 MW

 


Schwefelabbau am Kawah Ijen Vulkan (Quelle: Wikipedia)

 


Schwefelabbau am Kratersee Kawah Ijen

Ganz im Osten Javas (Indonesien) befindet sich ein Vulkankomplex, zu dem auch der Ijen-Vulkan mit seinem Kratersee gehört. Der See wird umgangssprachlich auch als "das größte Säurefass der Erde" bezeichnet.
Der französische Fotograph Olivier Grunewald hat den unwirklichen Ort mehrfach besucht und sensationelle Fotos veröffentlicht, von denen 30 im Internet zu sehen sind.

www.boston.com/bigpicture

8.01.2011 MW



 

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